Straßenfertiger unter Strom

Moderne Straßenfertiger müssen Extremes leisten. Sie bringen den Asphalt auf die Straße auf und sollen dabei nicht nur präzise, sondern auch möglichst leise und ohne viel Kraftstoffverbrauch arbeiten. An der Technischen Hochschule (TH) Köln hat ein Team vom Kölner Labor für Baumaschinen einen Straßenfertiger mit diesel-elektrischem Hybrid-Antrieb entwickelt, der diesen Anforderungen gerecht wird.

Auf den Straßen sind sie längst unterwegs: Hybridfahrzeuge. Städte rüsten ihre Busflotten auf Hybrid-Antriebe um und immer mehr Privatpersonen entscheiden sich für einen Hybrid-Pkw – aus gutem Grund. Hybridfahrzeuge sind besonders effizient, das heißt, sie sparen Kraftstoff. Deshalb wird an der Entwicklung von diesen alternativen Antrieben seit einiger Zeit intensiv geforscht.

Wie wichtig diese Alternativen auch im Bereich von Nutzfahrzeugen sowie mobilen Straßenbaumaschinen sind, zeigt ein Forschungsprojekt des Kölner Labors für Baumaschinen (KLB) der TH Köln. Am Institut für Landmaschinentechnik und Regenerative Energien hat ein Team von sechs Mitarbeitern an der Entwicklung eines Staßenfertigers mit einem diesel-elektrischen Antrieb gearbeitet. Das Projekt ist gelungen, der erste Hybrid-Straßenfertiger steht seit Kurzem zu Demonstrationszwecken zur Verfügung.

Für das Technikjournal der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg habe ich mir den Straßenfertiger der TH Köln aus der Nähe angesehen und alle Details erklären und vorführen lassen.

Das Video gibt einen Einblick in die Arbeitsweise einer solchen Straßenbaumaschine und erläutert die Vorteile eines diesel-elektrischen Antriebs. Doch bis die Technik in der Bauindustrie zur Anwendung kommt, können noch Jahrzehnte vergehen… Warum? Lest meine Recherche hier.

Quantified Environment – Die Vermessung der Welt

Unser tägliches Leben ist messbar. Mit Hilfe von Handy-Software und immer kleiner werdenden Online-Apparaten können wir unseren eigenen Körper beobachten und analysieren. Es ist ein faszinierender Zeitvertreib, dem immer mehr sogenannte „Self Tracker“ nachgehen.

Die Quantified Self-Bewegung ist noch jung. Ihren Anfang nahm sie im Jahr 2007 in San Francisco, als zwei Journalisten des US-amerikanischen Technologie-Magazins Wired das Blog „Quantified Self“ gründeten. Gary Wolf und Kevin Kelly, selbst Enthusiasten der digitalen Selbstvermessung, wollten Menschen mit ähnlichen Interessen zusammenbringen und eine Plattform zum Austausch anbieten. Inzwischen ist die Seite zu einer zentralen Organisationsplattform für Quantified Self-Gruppen geworden, darunter auch sieben Gruppen aus Deutschland.

Neben der Ernährung, Herzfrequenz, Verbrauchergewohnheiten und Stimmung lassen sich mit dem richtigen Gerät noch viel mehr Daten messen. Hersteller überbieten sich daher seit Jahren, neue und präzisere Messgeräte anzubieten, die man bequem am Körper tragen kann. Durch immer kleinere Sensoren werden die sogenannten Wearables oder Devices immer handlicher und können problemlos unter der Kleidung am Körper getragen werden. Dahinter steckt häufig die Hoffnung auf eine bessere Gesundheit. Einige Geräte versprechen, auf diesem Wege medizinisch und wissenschaftlich relevante Daten zu sammeln.

Der neue Trend in dem Zusammenhang nennt sich „Quantified Environment“. Während beim Quantified Self nur Daten des eigenen Körpers im Fokus stehen, werden beim Quantified Environment zusätzlich noch alle messbaren Daten aus der umgebenden Umwelt mit einbezogen. Verschiedene Sensoren können unter anderem den Kohlenstoffdioxid-Gehalt der Luft, Lautstärke, Luftfeuchtigkeit, UV-Strahlung und sogar Radioaktivität messen. Diese zusätzlichen Informationen sollen genauere Rückschlüsse auf bisherige Messergebnisse ermöglichen. Ein Self Tracker, der bisher beispielsweise nur messen konnte, dass seine Tiefschlafphase zu kurz ist erhält mit den erweiterten Mess-Optionen die Möglichkeit herauszufinden, warum das so ist. Etwa, weil die Luft im Raum zu hohe CO2-Werte aufweist oder weil draußen vor dem Fenster zur Tiefschlafphase ein lautes Geräusch stattfindet.

Die Auswertung aller dieser Daten ist jedoch komplex, sodass die Self Tracker diese nach wie vor dem Arzt überlassen müssen. Es gibt auch kritische Stimmen zum Vermessungstrend, denn ob wirklich gesicherte Daten am Ende herauskommen sei dahingestellt. Nicht jedes Gerät bietet eine verlässliche Erfassung, weder von körpereigenen Werten, noch von denen der Umgebung.

Ein kurzes Video zum Thema ist im Rahmen meiner Mitarbeit am Technikjournal der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg entstanden. Um den ganzen Beitrag zu sehen, bitte dem Link folgen.

 

Sollte das Interesse für das Thema geweckt sein, habe ich hier noch ein paar weitere Links zusammengestellt:

Was ist „The Quantified Self“?

TED Talk Gary Wolf: Unser vermessener Körper

Why the „Quantified Environment“ is essential for Quantified Self

Biokohle als Verbesserer für die Landwirtschaft?

Unsere Böden reagieren sehr sensibel auf veränderte Umweltbedingungen. Durch Klimawandel und zunehmend intensive Bewirtschaftung verliert der Boden organische Substanz und damit die Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe zu speichern. Die Frage ist: Was können wir tun, um die Fruchtbarkeit der Böden dauerhaft zu erhalten, idealerweise sogar zu verbessern? Einen Beitrag kann die Einbringung von Biokohle in die Böden leisten.

Für das Technikjournal der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg habe ich einen Artikel zu dem Thema verfasst – passend zum Jahr des Bodens, das sich nun langsam aber sicher dem Ende entgegen neigt.

Hier entlang zum Technikjournal der HBRS. Artikel: Der Hype um Biokohle.

Volker Häring von der Ruhr Universität Bochum und Dr. Alexandra Sandhage-Hofmann von der Universität Bonn haben mir zum Thema Biokohle Rede und Antwort gestanden.

Weitere interessante Links:

Mehr Salat dank Biokohle – Nachhaltige Prozesse für Westafrikas Landwirtschaft (RUBIN)

Urban Food Plus Projekt

Einschätzung des BUND zur Umweltrelevanz der Terra Preta / Pyrolysekohle