Ecosia: die CO2 neutrale Google – Alternative pflanzt Bäume

Jede Suche im Netz verbraucht Rechenleistung und damit Strom, welcher meist aus fossilen Quellen stammt. Die grüne Suchmaschine Ecosia will das wieder ausgleichen und spendet 80 Prozent ihrer Werbeeinnahmen für die Wiederaufforstung.

Ecosia funktioniert dabei wie jede andere Suchmaschine auch, erklärt Firmengründer Christian Kroll. Das heißt, neben den Suchergebnissen erscheinen von Firmen gesponsorte Links, also Werbung. Mit jedem Klick auf so einen Link verdient die Suchmaschine ihr Geld. Die Suchtechnik und die Ergebnisse selbst kommen von der Microsoft-Suchmaschine Bing und Yahoo, mit denen Ecosia zusammen arbeitet. Im Unterschied zu anderen Search Engines spendet Ecosia 80 Prozent des verdienten Betrags.

Im Dezember 2009 wurde Ecosia von Kroll als Social Business gegründet. Ihm geht es nicht um die Erwirtschaftung von Gewinnen, nach eigener Aussage möchte er „Spendenoptimierung“ betreiben und ist dabei unabhängig von den Kooperationspartnern. Momentan hat Ecosia etwa 2.485.000 aktive Nutzer, die täglich rund 720.000 Suchanfragen aufgeben (zum aktuellen Stand unter „Ecosia in Zahlen“ scrollen). Pro Suchanfrage verdient Ecosia etwa 0,5 Cent mit Werbung, das macht bei rund 720 000 Suchanfragen pro Tag also etwa 3600 Euro. Außerdem bietet die grüne Suchmaschine noch spezielle Links an, sogenannte EcoLinks. Diese führen zu Verkaufsseiten. Wenn ein Nutzer über Ecosia auf solch eine Seite kommt und dort etwas bestellt, bekommt Ecosia eine Provision, die widerum gespendet wird.

Beginnend mit der Gründung im Dezember 2009 bis August 2013 hat Ecosia das Regenwaldschutzprojekt vom WWF unterstützt und zur Wiederaufforstung des Regenwaldes im Amazonas, Brasilien beigetragen. Im Anschluss hat sich Ecosia auf das „Plant a Billion Trees“-Programm der Nature Conservancy konzentriert. Seit Januar 2015 spendet Ecosia für das „Greening the desert“-Projekt von WeForest, um aus dem trockenen Ödland in Burkina Faso, West-Afrika, wieder grüne Savanne zu machen. Es kostet 28 Cent, dort einen Baum zu pflanzen. Insgesamt wurden seit der Tätigkeit des Unternehmens 2009 bereits 2.664.442 Bäume gepflanzt, alle 16 Sekunden ein Baum. Ein großer Erfolg.

Kritiker monieren unterdessen, dass es keine klimaneutrale „grüne“ Suchmaschine geben könne. Die Server, über die die Suchen laufen, verbrauchen enorm viel Strom. Dadurch wird Kohlendioxid ausgestoßen, eine der umweltschädlichsten chemischen Verbindungen in der Atmosphäre. Laut Kroll werden die Server, auf denen Ecosia.org läuft, ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben. Weiterhin unterstütze das Unternehmen Projekte, die den Ausstoß von CO2 weltweit verringern. Einziger Minuspunkt hierbei in Sachen Transparenz sind die ungenauen Angaben, wie viel CO2 bei einem Suchvorgang über die Partner Yahoo und Bing, produziert wird. Demzufolge hofft Ecosia, dass die CO2-Zertifikate und die Bäume, die sie mittlerweile in Burkina Faso pflanzen, ausreichen, um die durch die Suche verursachten Emissionen vollständig auszugleichen.

Mehr Informationen und Aktuelles auf dem Ecosia-Blog.

Großartiger aktueller Artikel zum Thema auch online bei fluter, dem Jugendmagazin der Bundeszentrale für politiche Bildung, von Lukas Wohner: Ecosia: Surfen und Pflanzen

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