The Ocean Clean Up – Boyan Slats Projekt gegen Plastikmüll in den Ozeanen

Etwa 270.000 Tonnen Kunststoff treiben in den Weltmeeren. Unvorstellbar riesige Müllteppiche verpesten die Umwelt, Tiere verenden daran – und die Experten resignieren. „Das Sammeln von Müll im Meer und am Strand ist aufwändig, kostspielig und erreicht nur einen kleinen Teil des Mülls“, kommentiert etwa das Umweltbundesamt die Problematik. Vielmehr müsse mehr recycelt werden, um zumindest die Meere nicht weiter zu verdrecken. Ein junger Niederländer hingegen arbeitet an der Realisierung des Unmöglichen – der Rettung der Ozeane.

Boyan Slat (21 Jahre alt) verbindet Umweltschutz, Kreativität und Technologie, um die Meere vom Müll zu befreien. „Jede Woche landet Plastik in den Ozeanen, mit dem man zweimal das Empire State Building füllen könnte. Es schädigt das Ökosystem, schädigt die Wirtschaft. Es landet auch in der Lebensmittelkette und schadet damit auch uns. Wir müssen aufräumen bevor es zu spät ist“, warnt Slat. Also entwickelte er ein Konzept, um die Ozeane vom Plastikmüll zu befreien: The Ocean Clean Up.

Der ehemalige Student der Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität Delft erdachte Reinigungsprogramm, bestehend aus 50km langen, V-förmig angeordneten Schläuchen, die an der Meeresoberfläche schwimmen und am Meeresboden durch Gewichte an ihrem Platz bleiben. Schwimmende Netze sammeln 90 Prozent des Plastikmülls ab einer Größe von 20mm ein,da sich die natürlichen Meeresströme ohnehin durch und unter sie durchbewegen. Diese Ströme transportieren den Großteil des Plastikmülls, der sich in den oberen drei Metern der Meere verteilt. Über Container ließe sich der abgeschöpfte Kunststoff einsammeln und würde dadurch nicht noch weiter zu Mikroplastik zerfallen.

Die Idee stellte Slat auch bei den TEDx Talks vor: How the oceans can clean themselves: Boyan Slat at TEDxDelft

Damit gewann er den Best Technical Design Award 2012 an der TU Delft und startete ein Crowdfunding Projekt, um eine Machbarkeitsstudie und Expeditionen zu finanzieren. Im Oktober 2014 erreichte das im Juni desselben Jahres begonnene Crowdfunding durch rund 40.000 Unterstützer die benötigten 2 Millionen US Dollar. Jedoch zeigten sich Schwächen in seiner Planung und das Projekt erfuhr einen Dämpfer. „Neunzig Prozent aller Machbarkeitsstudien zeigen, dass ein Projekt nicht machbar ist. Slats Traum aber lebt noch. Er ist bloß etwas kleiner: Nicht alles Plastik, sondern die Hälfte ließe sich so aus den Meeren fischen. Nicht fünf, sondern zehn Jahre würde das dauern. Und sechs Milliarden Dollar müssen einfach erst mal aufgetrieben werden.“

(Quelle: Süddeutsche Zeitung Magazin)

Auf einer ersten Expedition war Slat bereits. Mit seinem Team ist er mit Schiffen von Hawaii bis San Francisco gefahren und hat Müll gesammelt. „Wir haben während dieser Expedition geschaut, wie viel Plastik wirklich im Meer ist und haben mehr Messungen in drei Wochen gemacht als in den vergangenen 40 Jahren gemacht wurden.“ Die Proben werden aktuell in einem Labor in den Niederlanden untersucht.

Auf seiner Homepage verkündete Slat, dass der Prototyp im zweiten Quartal 2016 vor der Küste Tsushimas, einer Insel zwischen Japan und Südkorea, in Betrieb gehen soll. Mit einer Länge von 2000 Meters wird es die längste, künstliche Struktur auf einem Ozean sein und soll für mindestens zwei Jahre in Betrieb sein.

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